Wie ernähre ich mein Kaninchen?

Dez 16, 2016 |

Das ursprüngliche Wildkaninchen kommt aus Spanien und das Meerschweinchen kommt aus den Anden (Südamerika). D.h.: in der freien Natur stehen diesen Tieren nur eine sehr karge Kost zur Verfügung. Die übliche Nahrung besteht aus Gras, Stängeln und Blättern von Kräutern. Damit die Tiere mit dieser faserreichen, aber nährstoffarmen Ernährung klar kommen, brauchen sie einen speziell angepasstenVerdauungsapparat:

Foto: The Len | Shutterstock

Kaninchen müssen ständig fressen, damit sie genug Energie aufnehmen.

Nagetiere(Meerschweinchen) und Hasenartige(Kaninchen) haben anders als Mensch oder Fleischfresser kaum Muskulatur in Magen und Darm. Aus diesem Grund nehmen sie ca. 80-100 kleine Portionen Futter pro Tag zu sich, damit sich der Nahrungsbrei von alleine weiter schiebt. Deshalb muss sich ständig Futter im Käfig befinden (am besten Heu in einer Raufe, auf dem Boden wird es verschmutzt!). Fressen die Tiere nicht, bleibt die Nahrung länger im Darm liegen und es kann zu gefährlichen Fehlgärungen kommen. Appetitlosigkeit beim Nager ist immer als Alarmzeichen zu werten! Ein Nagetier sollte vor einer Operation nie nüchtern sein!

Warum fressen Kaninchen Ihren eigenen Kot?

Zusätzlich haben die Tiere eine spezielle Bakterienflora im Darm, die diese nährstoffarme Nahrung verwertet. Diese Bakterien produzieren auch Vitamine, die über den Kot ausgeschieden werden. Das ist der Grund, warum die Tiere einen Teil ihres eigenen Kotes fressen (den sogenannten „Blinddarmkot“: weicher, klebriger und meist traubenförmig zusammenhängend), damit sie nämlich diese Vitamine verwerten können. Der Blinddarmkot wird meist direkt vom After weggefressen, d.h. zu dicke Tiere, die sich nicht mehr putzen können, kommen aus diesem Grund in einen Vitaminmangel! Zu dicke Tiere leiden oft zusätzlich durch ihr eigenes Gewicht an Druckstellen an den Pfotenballen, an Hautkrankheiten und an lebensgefährlichen Leberverfettungen. Weiterhin bringt ein „zu reich gedeckter Tisch“ wie zu viel Obst, Trockenfutter oder die Gabe von Knabberstangen, getrocknetes Brot oder Joghurt Drops die Verdauung durcheinander und führt zu Blähungen oder Durchfall.

Wenn Sie dem Nagetrieb ihres Tieres etwas Gutes tun möchten, so legen sie Zweige von Obstbäumen (z.B. Birne oder Apfel), von Weidenbäumen, der Esche, Buche, Birke, Linde oder von Haselnusssträuchern in den Käfig.

Eine Wasserversorgung allein über Grünfutter und Wurzelfrüchte reicht nicht aus.

Dem Kaninchen sollte deshalb stets frisches Wasser zur Verfügung stehen. Aus hygienischen Gründen sollte es nicht in Schüsseln (werden auch leicht umgestossen!) sondern in Trinkflaschen angeboten und täglich gewechselt werden, um Algen- und Bakterienbesiedelung zu verhindern. Ein z.B. 2 kg schweres Kaninchen benötigt mindestens 0,25 Liter Wasser täglich, bei heißem Wetter oder während der Säugeperiode eine deutlich größere Menge.

Speiseplan:

  • immer Heu zur freien Verfügung
  • stets frisches Wasser
  • maximal einen gestrichenen EL Trockenfutter pro Tier und Tag
  • morgens und abends eine kleine Portion Frischfutter

(siehe Tabelle unten)

Der Kaninchen-Speiseplan

Nüsse, Getreidesorten, Obstfrische Kräuter (getrocknet nur wenig füttern)Frisches Gemüse
GeeignetApfel, Birne, Brombeere, Traube, Himbeere, Johannisbeere, Preiselbeere Cherymoya, Erdbeere, Heidelbeere (Obst nur in kleinen Mengen und nur 1mal in der Woche, wegen des Fruchtzuckers ist es zu schnell verdaulich)Basilikum, Brunnenkresse, Estragon, Kerbel, Kümmel, Luzerne, Majoran, Melisse, Oregano, Spitzwegerich, Vogelmiere, Weißklee, ZaunwickeChinakohl, Möhre, Salatgurke, Möhrengrün, Staudensellerie, Paprika
bedingt, d.h. in sehr geringen Mengen geeignetDurchfall: Ananas, Feige, Grapefruit, Kiwi, Kürbis, Banane (stopft), Gerste, Hafer, Mais, Pfirsich, Roggen, Weizen, Rosinen (ungeschwefelt)Brennessel, Hagebutte, Liebstöckel, Löwenzahn (hoher Calciumgehalt), Pfefferminze, Petersilie (hoher Calciumgehalt), Beifuß, GänseblümchenChampignon, Chicoree, Eisbergsalat, Endiviensalat, Feldsalat, Kopfsalat, Tomate (Oxalatgehalt) Zucchini, Kohlrabiblätter
ungeeignet (kalorienreich oder giftig)Avocado, Cashew Nuss, Dattel, Erdnuss, Haselnuss, Hirse, Holunder, Kokosnuss, Leinsamen, Macadamia, Mango, Zitrone, Kokosnuss, Paranuss, Pflaume, Sesam, Pinienkerne, Rhabarber, Stachelbeere, Walnuss, SonnenblumenkerneGIFTIG: Arnika, Bärenklau, Bärlauch Baldrian, Beinwell, Gartenkresse, Johanniskraut, Lavendel, Lorbeer, Lungenkraut, Rosmarin, Salbei, Sauerampfer, Schnittlauch, Thymian, SonnenblumeArtischocke, Aubergine, Blumenkohl, Bohne, Broccoli, Erbse, Grünkohl, Kartoffel, Knoblauch, Mangold, Meerrettich, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Sojabohne, Spinat, Weißkohl, Wirsing

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