Chemotherapie

Dez 16, 2016 |

Ihr Tier hat Krebs, was nun?

Viele Tiere entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Tumor und sterben daran. Andererseits gehört eine Krebserkrankung zu den chronischen Erkrankungen, die am besten zu behandeln ist! Oft kann auch eine Heilung erreicht werden!

Als erstes versuchen wir festzustellen, ob es sich bei dem festgestellten Geschwulst um einen gutartigen (benignen) oder um einen bösartigen (malignen) Tumor handelt. Dies gelingt in den meisten Fällen durch eine sogenannte zytologische Untersuchung: d.h. mit einer feinen Nadel wird in den Tumor gestochen und es werden Zellen angesaugt. Diese werden gefärbt und unter dem Mikroskop untersucht. Da dies ähnlich wie der „Pieks“ bei einer ganz normalen Spritze ist, braucht ihr Tier dazu keine Narkose. Handelt es sich um einen gutartigen Tumor, so hat ihr Tier Glück gehabt und braucht nur dann operiert werden, wenn der Tumor so sitzt, dass er z.B. beim Laufen stört. Ist der Tumor bösartig, so werden wir uns in den allermeisten Fällen dazu entscheiden, den Tumor wegzunehmen. Vor der Operation werden weiterführende Untersuchungen (Blutuntersuchungen, Ultraschall, Röntgen, CT) durchgeführt, um festzustellen, wie weit sich der Tumor im Körper ausgebreitet hat (sogenannte Metastasen). Es ist sehr sinnvoll vor einer Operation zu wissen, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, denn je nach Tumorart sollte, wenn möglich (wir besprechen dies natürlich mit Ihnen!), der Tumor mit einem großen Abstand (ca. 2-3 cm in alle Richtungen) entfernt werden. Dieser Abstand muß nicht eingehalten werden, wenn es sich um einen gutartigen Tumor handelt! An manchen Stellen des Körpers ist eine großzügige Entfernung nicht möglich (z.B. Vorder- oder Hinterbein). Bösartige Tumore haben oft weit auslaufende Wurzeln, deswegen werden wir nach der Operation eines bösartigen Tumors das unter dem Tumor liegende „Tumorbett“ untersuchen lassen, um eventuell im Körper verbliebene Tumorzellen zu erkennen. Sind dort Tumorzellen verblieben, so kann man diese mit Chemotherapie oder Strahlentherapie behandeln.

Chemotherapie/Strahlentherapie

Viele von Ihnen haben sicherlich schon in der Bekannt- oder Verwandtschaft von Chemotherapie und/oder Strahlentherapie gehört oder bei sich selbst kennen lernen müssen. Bei den Tieren wird die Chemotherapie anders als beim Menschen durchgeführt: Ziel ist es das Leben zu verlängern bei Erhaltung oder Wiederherstellung einer guten Lebensqualität. D.h. die Dosis die beim Tier gegeben wird, liegt unter der Dosis des Menschen. Aus diesem Grund haben die meisten Tiere deutlich weniger Nebenwirkungen als der Mensch! Chemotherapie beim Tier ist keine Quälerei! Nebenwirkungen, die auftreten können sind: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Futterverweigerung und Blutbildveränderungen. In den seltensten Fällen verlieren die Tiere ihr Fell.

Je nachdem, ob wir noch Tumorzellen finden und wie weit sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat, empfehlen wir nach der Operation eine Chemo- und/ oder Strahlentherapie. Was wir genau empfehlen, hängt von der Tumorart ab. Die Tumore reagieren unterschiedlich auf Chemotherapeutika (= Medikamente zur Chemotherapie) oder Strahlentherapie. Demzufolge wird das ausgewählt, was am besten bei der vorliegenden Tumorart hilft. Meist sind mehrere Behandlungen notwendig. Viele Chemotherapeutika werden in die Vene verabreicht, d.h. ihr Tier bekommt einen Venenzugang gelegt und gleichzeitig Blut abgenommen. Im Blut überprüfen wir, ob alle Blutzellen in richtiger Anzahl vorliegen, damit die Therapie gut vertragen wird. Falls Nebenwirkungen erwartet werden, spritzen wir ihrem Tier Medikamente oder geben ihnen Tabletten für zu Hause mit.

 

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