Impfungen beim Hund

Dez 9, 2016 |

Gegen Viruserkrankungen gibt es keine Medikamente die direkt helfen, weder beim Menschen noch beim Tier. Impfungen schützen vor vielen gefährlichen Viruserkrankungen und ersparen sehr viel Leid und Kosten im Krankheitsfall. Hundewelpen sollten ab der 8. Woche geimpft werden. Der Bundesverband praktizierender Tierärzte (BPT) empfiehlt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-DVG) und dem Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) folgendes Impfschema:

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Impfschema

  • 8. Woche: Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Zwingerhusten und Leptospirose
  • 12. Woche: Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Zwingerhusten und Tollwut
  • 16. Woche: Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Zwingerhusten und Tollwut

Nach diesem Impfschema ist die Grundimmunisierung im ersten Lebenjahr abgeschlossen und die nächste Impfung erfolgt ein Jahr nach der letzten Impfung.

Die Staupeerkrankung hat vielschichtige Gesichter. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt. Da auch viele Wildtiere (z.B. Marder) von dieser Krankheit befallen werden können, sind Hunde mit viel Freilauf im Wald und Jagdhunde besonders gefährdet. Üblicherweise fängt die Infektion mit Fieber, Husten, Nasen- und Augenausfluss an. Dies entwickelt sich meist weiter bis hin zu einer eitrigen Entzündung. Weitere Formen der Staupe sind die Darmform: mehr oder weniger heftige Durchfälle, die Nervenform: es kommt zu Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen evtl. auch zu Verhaltensstörungen („Staupe-Tick“) und die Hautform bei der die Pfotenballen verhärten („Hard-Pad-Disease“). Meist sind Jungtiere betroffen und oft endet die Erkrankung tödlich. Überlebt ein Hund diese Krankheit, so bleibt oft ein sogenanntes Staupegebiß zurück. Die Impfung bietet einen sehr guten und sicheren Schutz. Durch die Impfung konnte Staupe weitesgehend aus Deutschland verdrängt werden. Leider kommt es in letzter Zeit durch Auslandsimporte zunehmendaus zu vermehrten Staupe-Fällen . Besonders vorsichtig muss man auch bei Hundehändlern ohne Muttertiere sein, die die Welpen nur weiterverkaufen. Diese stammen häufig aus Polen und Ungarn, wo Rassehunde nur einen Bruchteil von dem kosten, was der Händler von ihnen verlangt.

Hepatitis contagiosa canis (= Hcc oder ansteckende Leberentzündung)

Die ansteckende Leberentzündung ist, ebenfalls wie die Staupeerkrankung, eine Krankheit mit den unterschiedlichsten Symptomen: Fieber, Halsentzündung, Mattigkeit, Brechdurchfall, aber auch Entzündungen der oberen Atemwege, der Lunge, der Bindehaut und des zentralen Nervensystems. Später kommen Schmerzen im Vorderbauch durch die Leberentzündung hinzu. Meist erkranken junge Hunde, die durch direkten oder indirekten Kontakt infiziert werden. Direkter Kontakt mit dem Virus findet z.B. über ältere Hunde statt, deren Speichel, Urin oder Kot mit Virus behaftet ist, die selber aber keine deutlichen Krankheitserscheinungen zeigen. Als indirekter Kontakt gilt z.B. mit Virus behaftete Gegenstände oder Kleidung. In vielen Fällen verläuft die Erkrankung tödlich. Die Impfung gewährleistet einen sicheren Schutz.

Die Übertragung der Parvovirose erfolgt durch direkten und indirekten Kontakt (s. Erklärung bei Hcc). Der Virus bleibt monate- bis jahrelang infektiös in der Umwelt vorhanden. Dies macht den Virus sehr gefährlich. Zunächst sind die Hunde apathisch, dann fangen sie an zu erbrechen und zeigen starke Durchfälle, die bald auch blutig werden. Durch den starken Flüssigkeitsverlust trocknen gerade junge Hunde sehr schnell aus und oft kommt jede Hilfe zu spät. Bei ganz jungen Hunden kann es auch zu einer Herzmuskelentzündung kommen, die immer tödlich verläuft. Die Impfung erzielt einen sehr guten Schutz und kann bei starker Gefährdung bereits in der 6. Lebenswoche verabreicht werden.

Die Übertragung des Zwingerhustens erfolgt ähnlich wie beim Menschen die Grippe durch Tröpfcheninfektion. Besonders dort, wo viele Hunde zusammen kommen (Tierheim, Hundeplatz oder –wiese, Ausstellungen), ist das Risiko hoch, dass sich ihr Hund mit dieser Erkrankung infiziert. Diese Krankheit wird auch Zwingerhustenkomplex genannt, da mehrere Erreger (Parainfluenzavirus, Adenovirus 2, Herpesvirus, Reovirus, Bordetella bronchiseptica) Ursache dafür sind. Wiederum ähnlich wie bei der Grippeimpfung des Menschen kann nicht gegen alle Erreger geimpft werden. In den meisten Impfstoffen wird gegen den Parainfluenzavirus immunisiert. In speziellen Fällen (bei Ausstellungsbesuch) kann auch gegen Bordetella bronchiseptica geimpft werden. Die Impfung verhindert eine schlimme Erkältung (mit Husten, Auswurf, Nasenausfluss), aber die Hunde können noch leicht erkranken.

Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche)

Diese Erkrankung kommt nicht nur beim Hund vor sondern auch bei vielen anderen Haus- und Nutztieren und auch der MENSCH BLEIBT VON IHR NICHT VERSCHONT! Meist erfolgt die Übertragung durch Mäuse- oder Ratten, deren Urin Tümpel, Pfützen, Seen oder Gräben infiziert. Wie für viele Krankheiten fängt auch die Leptospirose mit Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit an. Später kommt dann eine Nierenentzündung manchmal auch eine Leberentzündung mit Gelbsucht hinzu. Auch diese Erkrankung verläuft oft tödlich und die Impfung schützt sowohl ihren Liebling als auch SIE SELBST!

Jeder Hund sollte gegen Tollwut geimpft sein, da diese Erkrankung nicht nur für ihren Hund gefährlich ist, sondern auch AUF DEN MENSCHEN ÜBERTRAGEN WERDEN KANN. Ist die Tollwut erst einmal ausgebrochen, so gibt es keine Behandlung und das betroffene Tier oder der Mensch stirbt. Das Tollwutvirus wird mit dem Speichel ausgeschieden und durch Biss von z.B. Fuchs, Marder oder Fledermäusen übertragen. Das Virus wandert über die Nervenbahnen ins Gehirn und ruft Wesensveränderungen hervor: Agressivität, Beißwut, Raserei und im Endstadium Lähmungserscheinungen, an denen das Tier oder auch der Mensch dann schließlich stirbt. Die Impfung ist sehr gut verträglich und bietet einen sehr sicheren Schutz für Sie und ihren Hund!

Die Borreliose wird durch die Zeckenart „Gemeiner Holzbock“ übertragen. Je nach Region sind bis zu 1/3 der Zecken mit Borrelien infiziert. Die Borrelien befinden sich in der Speicheldrüse der Zecke und werden beim Saugen auf den Hund übertragen. Die Übertragung findet frühestens nach 12-24 Stunden statt, meist jedoch erst nach 24-48 Stunden. Die eigentliche Erkrankung, die durch die Borrelien ausgelöst wird, beginnt oft erst Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiß. Es kommt zu Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und zu wechselnden Lahmheiten. Deutlich seltener zeigen die betroffenen Hunde Nierenentzündungen, Gehirnhautentzündungen und Herzmuskelentzündungen. Die übliche Behandlung bei der Borreliose erfolgt durch Antibiotika (z.B. Doxycyclin). In manchen Fällen kommt es jedoch nicht zu einer dauerhaften Heilung und die Borreliose bricht nach einiger Zeit wieder aus. Dies kommt dadurch zustande, dass der Erreger in der Lage ist, sich so ins Gewebe zurückzuziehen, dass er vom Antibiotikum nicht erreicht werden kann. In Deutschland kommen 3 verschiedene Unterarten der Borrelien vor. Der in Europa zugelassene Impfstoff enthält eine dieser Unterarten. Laut Angabe des Impfstoffherstellers erzeugt der Impfstoff auch gegen die anderen Unterarten einen Schutz. Da Zecken jedoch nicht nur Borrelien sondern auch andere Parasiten wie Babesien und Ehrlichien übertragen, ist für uns besonders wichtig, dass erst gar keine Zecke an ihrem Hund saugt! Dies erreichen Sie durch eine entsprechende Zeckenprophylaxe, bei der Tropfen in den Nacken des Hundes aufgetragen werden (z.B. Advantix von Beyer). Ein optimaler Schutz für ihren Hund ist die Kombination Zeckenimpfung und Zeckenprophylaxe.

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